Ergebnisse der Online-Beteiligung

Die Ergebnisse der Online-Beteiligung zum Thema Klimaanpassung sind da!

Der Sommer 2022 ist durch eine beispielhafte Trockenheit geprägt und ähnelt laut Deutschem Wetterdienst dem Dürresommer von 2018. Die Folgen dessen sind in der Landschaft sichtbar: vertrocknendes oder leidendes Grün, teilweise schlechtes Wachstum landwirtschaftlicher Pflanzen und niedrige Pegelstände in verschiedenen Gewässern. Besonders scheint sich die Trockenheit auch in der Anzahl der Waldbrände bemerkbar zu machen, welche durch die geringe Feuchtigkeit im Boden und ausbleibenden Regen schwieriger zu löschen sind. Dies kann als Zeichen des Klimawandels gedeutet werden und gibt einen bitteren Vorgeschmack auf die Zukunft.

Um aber den Auswirkungen des Klimawandels angemessen zu begegnen, erarbeitet die Stadt Eberswalde gemeinsam mit dem Büro „Beratungs- und Service-Gesellschaft Umwelt mbH“ (BSU) ein Konzept zu Anpassung an den Klimawandel. Im Rahmen der Konzepterarbeitung ist auch der Blick der Bevölkerung auf das Thema interessant.

Daher wurden im Rahmen einer digitalen Beteiligung der Eberswalder Stadtbevölkerung zwei Fragen gestellt:

  1. Welche Auswirkungen durch Extremwetterereignisse haben Sie in Eberswalde bereits wahrgenommen?
  2. Wo in Eberswalde haben Sie bereits Klimafolgen wahrgenommen und für welche Bereiche der Stadt haben Sie Ideen für Anpassungsmaßnahmen?

Insgesamt nahmen 75 Personen an der Umfrage teil. Darüber hinaus wurden noch 88 Vorschläge auf der Interaktiven Karte eingereicht. Die Stadtverwaltung und BSU möchten für die zahlreichen Anregungen hiermit ihren Dank aussprechen.

Bei Frage 1 waren für verschiedene Extremwetterereignisse Antwortoptionen vorgegeben. Zudem Bestand die Möglichkeit, über ein Textfeld zusätzliche Antworten zu geben. Insgesamt kann man davon ausgehen, dass die Bevölkerung ein Problembewusstsein für Extremwetterereignisse hat und unterschiedliche Ereignisse unterschiedlich intensiv wahrnimmt. Die Themen Hitze, Trockenheit, Starkregen und Sturm sind zum Beispiel präsenter als Hagel oder Schnee.

Beim Thema Hitze nannten mehr als die Hälfte der Teilnehmer:innen einen erhöhten Wasserbedarf, Geruchsbelästigung durch Abfall sowie Schäden an Straßen als Folge. In Hinblick auf Trockenheit nehmen die Teilnehmer:innen der Umfrage insbesondere Schäden in der Forstwirtschaft, einen deutlich erhöhten Wasserbedarf, Sekundärschäden durch Schädlinge wie den Borkenkäfer, Waldbrände und den Verlust von Feuchtbiotopen wahr. Mehr als 80 % der Teilnehmer:innen der Umfrage haben bei Starkregenereignissen bereits Überschwemmungen von Straßen wahrgenommen. Mehr als jeder zweite Befragte benannte eine Überflutung von Keller bzw. eine Überlastung der Kanalisation. Alle Teilnehmer:innen der Umfrage haben schon einmal von Toten durch Stürme in Eberswalde gehört. Erstaunlicherweise hat aber nur weniger als jeder Fünfte die Kategorie „Verletzte“ angekreuzt. Mehr als die Hälfte der Befragten nannte folgende Auswirkungen durch Stürme: Umgewehte Mülltonnen, heruntergefallene Dachziegel, Sperrung von Waldgebieten, Schäden an Fahrzeugen sowie große forstwirtschaftliche Schäden. Bei Hagel und Schnee gab es keine Auswirkung, die von mehr als der Hälfte der Befragten benannt wurde. Knapp 50 % haben schon einmal Schäden an Fahrzeugen und etwas mehr als 40 % haben Einschränkungen im Bereich des Winterdienstes wahrgenommen.

Die gesamte Dokumentation zur Beantwortung der Frage 1 ist hier zu finden.

Frage 2 war offen gestellt und die Teilnehmenden konnten anhand einer Karte Orte mit bereits jetzt spürbaren Auswirkungen des Klimawandels benennen oder Vorschläge zur Anpassung an den Klimawandel unterbreiten. Insgesamt sind 88 vielfältige Beiträge eingegangen, welche nun im Laufe der Konzepterarbeitung geprüft und berücksichtigt werden. Beispielhaft sind folgend einige Vorschläge aufgeführt.

Genannten Auswirkungen des Klimawandels

  • Überflutungen von Straßen
  • Sturmschäden im Wald
  • Hitzeinseln im Stadtgebiet, Beispiel Markplatz
  • Anhaltend hohe Temperaturen in Wohngebäuden

Vorschläge zur Anpassung an den Klimawandel

  • Bäume pflanzen um Schatten und Abkühlung zu generieren
  • Reduzierung der versiegelten Fläche und Pflanzflächen erhöhen
  • Errichtung von Trinkwasserbrunnen um Dehydration vorzubeugen
  • Errichtung von Kolonnaden und weiterer technischer Verschattung, Beispiel Marktplatz
  • Offenlegung verrohrter Gewässer, Beispiel Weinberggraben
  • Straßenbegleitgrün seltener und nur nach der Blüte mähen

Die Beiträge zur Frage 2, wo genau Auswirkungen des Klimawandels gesehen werden oder wie sich Eberswalde an den Klimawandel anpassen kann, werden nun analysiert und hinsichtlich ihrer Relevanz für das Konzept zur Anpassung an den Klimawandel beurteilt.

Hier können alle Ideen eingesehen werden

 

Zurück zur Übersicht

Zur Startseite